Energieschub

Daniel Rawe

Folge 7: Druckluftleckagen - die unsichtbare Verschwendung

Wie viel Druckluft durch undichte Stellen entweicht, was ein einziges Loch im Jahr kostet – und warum man es meist nicht bemerkt.

03.07.2026 19 min

Zusammenfassung & Show Notes

Es gibt in fast jedem Druckluftnetz einen Kostenposten, der Tag und Nacht läuft und trotzdem in keiner Rechnung auftaucht: Leckagen. Ein einziges Loch von drei Millimetern kann im Jahr weit über zehntausend Euro an Stromkosten verursachen – und kaum jemand bemerkt es. In dieser Folge rechnen wir das nach.
Zunächst die Größenordnung: In einem typischen Netz gehen 10 bis 30 Prozent der erzeugten Druckluft durch Leckagen verloren, in Einzelfällen bis zu 40 Prozent. Dann die Kosten – und hier ist die Annahmen-Disziplin entscheidend. Bei 0,11 kWh pro Normkubikmeter, 30 Cent pro kWh, sechs bar und Dauerbetrieb (8.760 h/Jahr) kostet ein 1-mm-Leck rund 1.450 Euro, ein 3-mm-Leck rund 13.000 Euro und ein 5-mm-Leck rund 36.000 Euro pro Jahr. Mit anderen Annahmen (weniger Betriebsstunden, niedrigerer Strompreis, effizientere Anlage) fallen die Werte niedriger aus – beide Rechnungen sind korrekt, nur die Annahmen unterscheiden sich. Eine Kostenzahl ohne ihre Annahmen ist wertlos.
Außerdem: der schnelle Druck-Hebel (von acht auf sieben bar senkt die Leckagemenge um rund 12,5 Prozent, ohne ein Loch anzufassen), die typischen Schwachstellen (Kupplungen, Schläuche, Kondensatableiter, Kugelhähne, Verschraubungen) und der Grund, warum man Leckagen nicht bemerkt: Das Ausströmen erzeugt hochfrequenten Ultraschall, den das Ohr im Produktionslärm nicht hört. Bei rund 344 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (Umweltbundesamt, 2025) verpufft mit jeder verschwendeten Kilowattstunde auch CO2.
Genau diese unsichtbaren Verluste macht rawe hermetics messbar und beziffert jede Leckage einzeln in Euro. Mit Innuvis dokumentierst Du Leckagen samt Position, Größe und Einsparung digital und erstellst Auditberichte automatisiert. In der nächsten Folge geht es darum, wie man Leckagen systematisch findet und bewertet – mit Ultraschall statt Seifenwasser und nach der Norm ISO 11011. Alle Quellen findest Du in den Shownotes.
Quellen:
 energie-audit24.de (Leckage-Rechner und Näherungsformel) – IHK Nürnberg, „Druckluft effizient nutzen", 2012 – Atlas Copco (Herstellerangabe, Beispielrechnung) – DIN ISO 6358 – Umweltbundesamt, Strommix-Emissionsfaktor 2025.
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